Unternehmensberater – ein Beruf für kreative Problemlöser

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Wer den Begriff „Unternehmensberater“ hört, denkt auf Anhieb an Geld scheffelnde Consultants, die aus dem Koffer leben. Da es sich um keine geschützte Berufsbezeichnung handelt, tummeln sich in diesem Job jede Menge Quereinsteiger. Theoretisch kann jede Person ein Unternehmensberater werden, auch dann, wenn er oder sie gar nicht studiert hat. Es gibt zwar Studiengänge, die speziell auf das Berufsbild des Unternehmensberaters vorbereiten, in der Praxis werden jedoch neben Absolventen der Wirtschaftswissenschaft auch gern sogenannte Exoten eingestellt, also Absolventen komplett anderer Fächer.

Ein paar Begriffserklärungen aus der Consulting-Welt

  • Andere Wörter zur Bezeichnung des Unternehmensberaters sind neben dem Begriff des Consultants beispielsweise Wirtschaftsberater oder Betriebsberater.
  • Wenn von einer Beratung die Rede ist, ist im Kontext der Unternehmensberatung meist die Strategieberatung gemeint. In deren Rahmen geht es darum, einem Unternehmen neue Wege aufzuzeigen, wie Probleme gelöst werden können. Beispielsweise geht es darum, wie die Zahl der Kunden erhöht werden kann, oder wie in einem bestimmten Bereich Kosten gespart werden können.
  • Die Kunden einer Unternehmensberatung werden Mandanten genannt, und zwischen diesen herrscht ein ähnliches Vertrauensverhältnis wie zwischen Rechtsanwälten und ihren Mandanten.

Allgemeine Infos zum Beruf des Unternehmensberaters

Bei der Dienstleistung der Unternehmensberatung handelt es sich um einen betriebswirtschaftlichen Service, weshalb Consultants im Job entsprechende Kompetenzen abverlangt werden.

Was macht man als Consultant?

  • Wie der Begriff Unternehmensberater schon sagt, besteht die Aufgabe in der Beratung von Unternehmen, und zwar hilft man den Firmen bei unterschiedlichen Entscheidungen und Prozessen der Veränderung. Das Ziel der Beratung besteht unter anderem darin, dass die beratenen Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher sein sollen.
  • Man ist nicht als Angestellter für diese zu beratenden Unternehmen tätig, sondern agiert als externer Berater. Angestellt ist man hingegen bei einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungskanzlei bzw. einer Beratungsgesellschaft. Die Vorteile dieser Situation bestehen zum einen darin, dass Externe nicht betriebsblind sind und zum anderen über wichtiges Expertenwissen verfügen. Andere Unternehmen wiederum wollen diese Art der Beratung nicht outsourcen und bieten daher interne Beraterstellen.
  • Es gibt grob gesehen drei große Bereiche, in denen man als Berater tätig sein kann: strategische Beratung, Personalberatung und Organisations- sowie IT-Consulting.

Einstiegsmöglichkeiten in den Bereich des Consultings

  • Besonders naheliegend ist eine Karriere als Berater, wenn man ein wirtschaftswissenschaftliches Fach wie Betriebswirtschaftslehre studiert hat. Doch auch als Absolvent der Informatik, Rechtswissenschaft oder Mathematik hat man gute Einstiegschancen als Mitarbeiter in einer Unternehmensberatung. Als Exot hingegen gilt man in der Businessberatung, wenn man einen Abschluss in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach erworben hat. Auch solche Bewerber können für Consulting-Firmen interessant sein, da unterschiedliche Perspektiven die Qualität der Arbeit aufwerten, die häufig in Teamarbeit erfolgt, und da man in den unterschiedlichsten Studiengängen wichtige Kompetenzen erwirbt, die man bei der Beratung erfolgreich anwenden kann.
  • Gern werden von Unternehmensberatungen auch Spezialisten aus den Bereichen Chemie, Pharmazie, Automotive, Maschinenbau oder weiteren Bereichen wie Experten zur Analyse von IT-Systemen eingestellt.
  • In vielen Fällen reicht ein Bachelor-Abschluss nicht aus, um Wirtschaftsberater zu werden. Wer etwa einen Doktortitel mitbringt, kann gleich beim Einstieg in eine höhere Position befördert werden.
  • Je mehr Praktika man absolviert hat, desto besser: Schließlich sollte man bereits Einblicke in ein paar Betriebe gesammelt haben, bevor man selbst als Mitarbeiter für eine Unternehmensberatung tätig ist. Auch ein Praktikum bei einer Businessberatung ist sehr sinnvoll, denn wenn man Glück hat, kann man von dieser nach Abschluss des Studiums übernommen werden.
  • Zunächst beginnt man entweder als Werkstudent oder als Consulting Analyst. Als ein solcher arbeitet man Consultants zu. Der nächste Karriereschritt ist der des Junior Consultants. Im Rahmen dieser Position darf man erste eigene Aufgaben aus Projekten übernehmen. Daraufhin kann man zum Consultant aufsteigen und die Verantwortung für einzelne Projektmodule tragen. Ein Senior Consultant besitzt die Verantwortung für ein ganzes Projekt oder mehrere Projektmodule. Der Projektmanager trägt die Verantwortung für ein ganzes Projekt. Die höchste Stufe in einer Unternehmensberatung ist die des Principals oder Managers: Dieser kümmert sich um die Akquise, führt Projekte oder kümmert sich um den Nachwuchs.
  • Ein weiteres Einstiegsmodell, das recht häufig genutzt wird, ist das des Traineeships. Ein solches kann 12 bis 18 Monate dauern, und man wird von einem Mentor begleitet.
Consulting heißt Teamwork

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Persönliche Eignung, Bewerbung und Perspektiven

Welche Persönlichkeitseigenschaften muss man als Consultant mitbringen?

Probleme spornen dich nur zu deren Lösung an, und du sprühst vor eigenen Ideen? Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung für den Beruf des Consultants. Wichtig ist, dass ein Unternehmensberater bei seiner Tätigkeit erfolgreich ist. Denn nur in diesem Fall wird es sich herumsprechen, dass sich das Consulting bei der jeweiligen Firma wirklich lohnt. Um in diesem Beruf erfolgreich zu sein, sollte man außerdem die folgenden Persönlichkeitseigenschaften mitbringen:

  • Ehrgeiz: Diesen kannst du bereits mit einem Spitzen-Abschluss nachweisen. Doch auch im späteren Berufsleben gilt es, am Ball zu bleiben und Überdurchschnittliches zu leisten.
  • Fähigkeit, dich schnell in neue Themen einarbeiten zu können: Wenn du dich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren und ausschließlich in diesem Bereich tätig sein möchtest, ist der Beruf des Unternehmensberaters eher nichts für dich. Denn hier gilt: Man muss vielseitig interessiert und offen für Neues sein.
  • Objektivität: Bereits durch ein Uni-Studium wird diese Persönlichkeitseigenschaft gut geschult; ein Grund, warum auch Quereinsteiger als Consultants Karriere machen können.
  • Kommunikationsfähigkeit und Soziale Kompetenz: Als kompetenter Betriebsberater solltest du über das Talent verfügen, dem Kunden anschaulich zu erklären, wie etwas optimiert werden kann. Du weißt genau, bei welchen Themen du vorsichtiger formulieren solltest.
  • Verschwiegenheit: Im Verlauf deines Berufslebens wirst du mit sehr vielen spannenden Betriebsgeheimnissen in Berührung kommen. Wichtig ist deshalb, dass du Diskretion wahren kannst.
  • Reisefreude: Besonders in den ersten Jahren der Karriere kann es vorkommen, dass du mehr unterwegs als zu Hause bist. Je mehr Auslandserfahrung du hast, desto besser. Denn: Von einem guten Unternehmensberater wird auch erwartet, dass er über den Tellerrand blicken kann. Üblich ist ein „Office Friday“. Das bedeutet: Du bist unter der Woche unterwegs und findest dich freitags wieder in deinem Büro ein, sodass du dich mit deinem Team austauschen kannst.
  • Fremdsprachenkenntnisse: Wer viel reist, muss sich auch gut verständigen können. Deine Englischkenntnisse sollten so gut sein, dass du dich fließend zu Fachthemen äußern kannst.
  • Analysetalent: Im Laufe der ersten Monate in der Betriebsberatung wirst du dir die wichtige Eigenschaft angewöhnen, alles auf eventuellen Optimierungsbedarf zu untersuchen.
  • Überstundenbereitschaft: Es gibt kaum „normale“ Arbeitstage im Leben eines Betriebsberaters, da jeder Tag anders ist. Und: Im Internet finden sich zahlreiche Berichte von Consultants mit 60-Stunden-Wochen.

Die Bewerbung bei einer Unternehmensberatung – darauf kommt es an

Egal, ob du Wirtschaftsinformatik, Marketing oder Germanistik studierst – die folgenden Tipps kannst du bei deiner Bewerbung bei einer Unternehmensberatung beherzigen.

Da es im Beruf des Betriebsberaters auch auf Originalität ankommt, sollte deine Bewerbung keinesfalls langweilig oder 08/15 sein. Allerdings ist auch das andere Extrem riskant: Wenn du einen professionellen Eindruck vermitteln möchtest, ist von einer Guerilla-Bewerbung abzuraten.

Lege unbedingt deine Zeugnisse bei, die deine erstklassigen Noten belegen, und gib deine überdurchschnittlich guten Sprachkenntnisse im Lebenslauf an.

Eine Besonderheit im Bewerbungsprozess bei einer Unternehmensberatung sind Case Studies. Bei der Bearbeitung der Fallstudien sollten dein Analysetalent und deine logische Vorgehensweise zum Vorschein kommen. Außerdem ist eine strukturierte Reihenfolge wichtig. Jeder deiner sinnvollsten Gedankengänge sollte dem Personaler gegenüber artikuliert werden. Übrigens solltest du in Sachen Case Studies nichts dem Zufall überlassen: Am besten ist es, wenn du Tage vor dem Vorstellungsgespräch zu Hause übst, einzelne Fälle zu lösen.

Wann solltest du kein Unternehmensberater werden?

Small Talk magst du gar nicht? Einen Anzug anzuziehen widerstrebt dir? Als erfolgreicher Wirtschaftsberater ist es nicht nur wichtig, Kompetenz an den Tag zu legen: Auch dein ganzes Auftreten muss überzeugend sein, und du wirst täglich mit neuen Menschen zu tun haben, hast also keinen festen Wirkungskreis. Deshalb solltest du, wenn du diesen Beruf anstrebst, kein ausgeprägtes „Gewohnheitstier“ sein. Eine breit gefächerte Allgemeinbildung sowie täglicher Zeitungskonsum bieten eine gute Grundlage, um Small Talk erfolgreich zu meistern.

Du legst großen Wert auf eine gesunde Work-Life-Balance? Wenn du unbedingt Unternehmensberater werden willst, kannst du dich darauf einstellen, dass du auf einen Großteil deiner Freizeit verzichten musst, da du gerade im Flugzeug nach X sitzt. Aufgrund der vielen Reisen wird auch frühes Aufstehen zu deiner Tagesordnung gehören.

Als Unternehmensberater gehört man zu den Spitzenverdienern

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Wie viel kann man als Unternehmensberater verdienen?

Das Einstiegsgehalt eines Junior Associates kann bei großen Consulting-Firmen bei 45.000 und 60.000 € liegen (Quelle). Nach oben hin gibt es beim Gehalt eines Betriebsberaters kaum Grenzen, vor allem dann, wenn er im Management tätig ist: Ist man etwa ein Partner, kann man ca. 300.000 € pro Jahr verdienen.

Einstieg mit der Mitarbeit in einer studentischen Unternehmensberatung

Studenten sind wissenschaftlich auf dem aktuellsten Stand, bringen frischen Wind in ein Unternehmen und bieten ihre Dienstleistung kostengünstiger an. Aus diesen Gründen werden auch gern studentische Beratungen beauftragt – für die beratenden Studenten eine spannende Chance: So können junge Consultants erste Berufserfahrungen sammeln und sich damit den Berufseinstieg erleichtern.

Wer nicht die Gelegenheit hatte, in einer studentischen Unternehmensberatung mitarbeiten zu können, sollte die Möglichkeiten nutzen, die sich auf Jobmessen ergeben können. Hier können erste Kontakte geknüpft werden.

Was ist für die Selbstständigkeit als Unternehmensberater wichtig?

Bevor du dich als Betriebsberater mit deinem eigenen Business selbstständig machst, ist es wichtig, dass du dir ein gutes Netzwerk aufbaust und über vertiefte Kenntnisse der Unternehmensberatung verfügst, denn sonst wirst du nur schwer Fuß fassen können. Im Idealfall hast du bereits mehrjährige Berufserfahrung gesammelt und konntest dich dabei als Consultant beweisen, sodass dir dein Ruf bereits vorauseilt.

Wie auch in anderen Bereichen solltest du dir vergegenwärtigen, dass bei einer selbstständigen Tätigkeit viel Zeit für die Akquise anfallen wird. Projekte kann man beispielsweise unter Consultingheads finden.

Wie sind die Berufsaussichten von Consultants?

Aktuell geht es der Branche sehr gut, und auch für die Zukunft braucht man sich keine Sorgen zu machen, denn auch gerade dann, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, sind Wirtschaftsberater gefragt. Eine neuere Tendenz: Staatliche Institutionen lassen sich immer häufiger von Unternehmensberatern unter die Arme greifen.

Zusammenfassung

Ausgesprochen wichtig für angehende Unternehmensberater ist der Ehrgeiz, zu den Besten gehören zu wollen. Denn nur solche Personen sind für Unternehmensberatungen interessant. Auch eine sehr gute Auffassungsgabe gehört zu den zentralen Eigenschaften, damit man sich das jeweils erforderliche Wissen nicht mühsam aneignen muss. Nur dann stehen die Aussichten auf eine vielversprechende Karriere gut.

Als Unternehmensberater hast du die Chance, Firmen täglich bei wichtigen Entscheidungen beratend zur Seite zu stehen. Als Berater kann man sich bei der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben des Jobs jedoch nicht aus einem vorgefertigten Set an Optimierungsvorschlägen bedienen, sondern wird regelmäßig vor neue Herausforderungen gestellt und muss eigene, neue Ideen präsentieren können. Diesen Aspekt sollte man sich vor dieser Berufswahl vergegenwärtigen. Wichtig sind auch regelmäßige Fortbildungen und Weiterbildungen, um den Firmen eine bestmögliche Beratungsleistung bieten zu können.

Hier gibt es aktuelle Stellen für Consultants




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