Job-Studien: Ist jeder zweite Kollege bald ein Roboter?

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Roboter haben dem Menschen einiges voraus: Sie können ohne Schäden in gefährlichen Bereichen arbeiten oder riesige Datenmengen, bei deren Analyse menschliche Mitarbeiter aus Langeweile abschalten würden, fehlerfrei sortieren, untersuchen oder mit ihnen kalkulieren. Auch im Bereich Medizin kann von der Präzision eines Roboters profitiert werden. Und: Anders als die Sekretärin meckert der Sprachassistent nicht. Doch wie wirkt sich das auf den Arbeitsmarkt aus?

Laut einer Umfrage wird von 60 Prozent der Deutschen erwartet, durch einen Roboter ersetzt zu werden (Quelle), und laut einer Studie, die unter anderem von dem IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung durchgeführt wurde, fühlt sich die Hälfte der volljährigen Berufstätigen von der Künstlichen Intelligenz verunsichert, etwa da in der KI eine Bedrohung gesehen wird oder da Mitarbeiter billig ersetzt werden könnten.

Liest man sich im Internet durch die unterschiedlichen Meinungen zum Thema Automatisierung, so fällt auf, dass der Ersatz der Angestellten und Arbeiter durch Roboter – sieht man von technikbegeisterten Magazinen einmal ab – vor fünf Jahren noch vorwiegend negativ betrachtet wurde. Mittlerweile häufen sich die positiven Stimmen zu dieser Thematik, da klar geworden ist, dass Roboter mehr Stellen schaffen als zerstören: Durch Roboter können Waren günstiger produziert werden, sodass die Menschen mehr kaufen, wodurch wiederum neue Arbeitsplätze entstehen, und zwar doppelt so viele, wie durch Automatisierung vernichtet wurden (Quelle).

Welche Tätigkeiten werden von Robotern ersetzt?

Besonders in Ländern, in denen die Löhne hoch sind, also auch in Deutschland, ist es für Unternehmen spannend, Mitarbeiter durch Roboter zu ersetzen. Vor allem monotone Tätigkeiten, bei deren dauerhafter Ausführung sich, wenn Menschen beteiligt sind, Fehler einschleichen können, werden zunehmend von Robotern erledigt.

Extrem leicht ersetzbar sind – wie war es anders zu erwarten – ungelernte Kräfte. Zu den „rückläufigen Bereichen“ gehören jedoch auch Vertriebs- und Bürojobs (Quelle). Das bedeutet zwar, dass einige Berufe aussterben werden, doch hat das Wegfallen einiger Tätigkeiten auch etwas Positives für uns: Statt langweiliger Routinetätigkeiten ist mehr Platz für Kreatives und Außergewöhnliches.

Auch dann, wenn schnelle Reaktionen erforderlich sind, können Roboter Arbeitskräfte entlasten, beispielsweise Journalisten: Die Los Angeles Times, die erste Tageszeitung, die robotergenerierte Texte veröffentlichte, konnte nur drei Minuten nach einem Erdbeben einen Artikel darüber publizieren (siehe hierzu hier) – ein Redakteur hätte dazu wesentlich länger gebraucht.

Studien zu den Robotern und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt gibt es viele

Bildquelle: www.istockphoto.com / PhonlamaiPhoto

Was sind die Schwächen von Robotern?

Wenn es darum geht, kreative oder individuelle Lösungen zu finden, werden immer noch Menschen benötigt. Auch ein Improvisieren ist Robotern nur soweit möglich, wie sie programmiert wurden. Zudem wurde bei der KI ein gefährliches „Schummeln“ beobachtet, wie diese Studie zeigt: Beispielsweise wurde auf das Vorhandensein eines Schiffes geschlossen, wenn auf einem Bild viel Wasser abgebildet war.

Zudem können Roboter zur unmittelbaren Gefahr für den Körper des Menschen selbst werden. Doch auch für dieses Problem hat beispielsweise Amazon, ein Unternehmen, welches in hohem Maße von seinen Robotern profitiert, eine Lösung gefunden.

Nebeneinander oder in getrennten Räumen

Eine Arbeitswelt, in welcher Roboter und Mitarbeiter Hand in Hand arbeiten, mutet, wie oben schon angedeutet, gruselig an. Wie der aktuelle Alltag aussieht: Während in manchen Bereichen (etwa der Automobilindustrie) Menschen neben (jedoch nicht mit) Robotern arbeiten, halten sich die Roboter etwa in manchen Unternehmensbereichen bei Amazon in einem anderen Raum auf.

In welchen Bereichen entstehen durch den Einsatz von Robotern neue Stellen?

In den Bereichen Informatik und Datenverarbeitung werden durch die Roboter neue Positionen geschaffen. Auch in den Bereichen Marketing und Innovation ist die Entstehung neuer Arbeitsplätze gewiss.

Welche Stellen können nicht durch Roboter ersetzt werden?

Soziale Tätigkeiten wie Lehrer, Altenpfleger oder Erzieher können nicht von Robotern übernommen werden, da dies Berufe sind, in welchen die Persönlichkeit des Menschen eine große Rolle spielt. Auch aus ethischen Gründen können solche Positionen nicht von Maschinen ausgeübt werden: Niemand möchte, dass das eigene Kind von einem Roboter erzogen wird.

Auch Roboter verursachen Kosten

Es wäre fatal, wenn man sich auf die Maschine verlässt, und es hat sich ein Programmierfehler eingeschlichen. Deshalb müssen Roboter nicht nur gut überwacht, sondern auch regelmäßig gewartet und getestet werden. Eine Person muss die Testergebnisse auswerten. All dies verursacht Kosten, doch auch für diese Arbeitsschritte ist ausgebildetes Personal erforderlich.

Fazit

Zwar mag es stimmen, dass Automatisierung doppelt so viele Jobs schafft, wie sie zerstört, doch ist noch lange nicht gesagt, dass derjenige, der seinen Job verloren hat, auch für einen der neuen Jobs qualifiziert geschweige denn an seiner Ausübung interessiert wäre. Doch überraschend oft sind ein Quereinstieg oder eine relativ kurze Umschulungsmaßnahme möglich.

Für die zukünftigen Generationen gilt: Sie müssen so ausgebildet werden, dass sie vom technischen Fortschritt profitieren, statt von ihm bedroht zu werden. Wer einen zukunftssicheren Job haben möchte, der sollte also nicht Buchhalter werden, sondern lieber einen sozialen Beruf ergreifen, der nicht von einer Maschine übernommen werden kann. Für Technik-Freaks gibt es viele Chancen in der IT-Branche, etwa als Programmierer oder auch als E-Commerce-Experte. Auch für Ingenieure und Mediziner wird die Zukunft rosig aussehen.

Und wer bereits einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen hat, der sollte aufpassen, dass er den Zug nicht verpasst: Um den Anforderungen des eigenen Jobs auch weiterhin genügen zu können, können Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich sein, auch wenn diese nicht immer vom Arbeitgeber angeboten oder bezahlt werden.

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