Schick im Job: Tipps zum Krawatte binden

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Krawatte binden – In den meisten Unternehmen, gehobenen Berufen und repräsentativen Jobs ist ein gewisser formeller Dresscode vorgegeben. So gehört zu einer professionellen Herrenausstattung neben deinem gut sitzenden Anzug und Hemd auch der klassische Herrenschuh und die Krawatte dazu. Sie lässt sich gut dazu einsetzen, die eigene Persönlichkeit auszudrücken. Wie du das Accessoire richtig bindest, möchten wir dir nachfolgend erklären.

Die Geschichte der Krawatte – und wem wir diese zu verdanken haben

Die heute weltweit etablierte Krawatte hat ihren Ursprung in einem lange zuvor verbreiteten Tuch, auch „Fokale“ genannt. Es wurde schon um 100 nach Christus eingesetzt, um den Hals zu schützen und erlangte besonders viel Aufmerksamkeit, als kroatische Truppen es abgewandelt zu einer Parade für Ludwig XIV trugen.

Das am Kragen geknotete Tuch lag mit seinen zwei Enden auf der Brust auf und wurde von dem französischen König schnell in den Adelskreisen etabliert. Der Begriff „Cravate“ entstand in dieser Zeit und wurde von Kroate abgeleitet. Dabei waren es längst nicht nur die Kroaten, die solche frühen Formen der Krawatte nutzten – vielmehr kombinierten Soldaten sie seit dem römischen „Fokale“ durchaus häufig zu ihrer Uniform.

Ab dem 18. Jahrhundert galten die Halsbinden vor allem in Frankreich als fester Teil der meisten Soldatenuniformen und wurden dementsprechend mit Verschluss für den Nacken speziell produziert. Sie erhielten vor allem im Zuge der französischen Revolution politische Bedeutung und Statuszugehörigkeit – dem Adel waren feine Ausführungen aus reiner Seide in Weiß- und Elfenbeintönen vorbehalten. Alle anderen Bürger mussten sich mit bunten und weniger wertvollen Tüchern aus Baumwolle begnügen. Wer der Revolution angehörte, trug die frühe Krawatte in einem auffälligen Rot.

Im 19. Jahrhundert gehörte die Krawatte nahezu weltweit bereits fest zur formellen Herrenkleidung im militärischen und teilweise auch professionellen Sinne und man legte mehr und mehr Wert auf ihre Darbietung. Die richtige Bindetechnik wurde zunehmend wichtiger, sodass immer mehr Knotenformen entwickelt und etabliert wurden.

Die Krawatte heute – wird sie immer noch getragen?

Die Krawatte in ihrer heutigen Form hat vor allem im Berufsleben immer mehr Bedeutung zugeschrieben bekommen und wird in Unternehmen mit formeller Kleiderordnung getragen. Sie stehen seither als Symbol für Disziplin, Professionalität und Seriosität – wer ernst genommen möchte, trägt Krawatte. Außerdem bedeckt sie die Knopfleiste der Herrenhemden und bringt Ordnung in den Hemdkragen.

Eins ist klar: Die Tragevorschriften für Krawatten lockern sich allmählich. Viele Unternehmen verzichten längst auf das Herren-Accessoires und Professionalität wird nicht mehr so streng daran geknüpft. So hat sich unter anderem auch der Dandy-Stil entwickelt, der leicht rebellisch und cool wirken soll: Hier wird das Accessoire mit einem einfachen Knoten um den offenen Kragen gebunden und hängt alles andere als ordentlich vor der Brust. Es gibt also auch Menschen, die sich bewusst gegen die frühere Krawattenordnung aussprechen – ein klares Statement.

Wann sind Krawatten sinnvoll?

Obwohl die Binde für den Hals nicht mehr in jedem Unternehmen Pflicht ist, gibt es doch gewisse Anlässe, in der das Herren-Accessoire seinen Einsatz findet. Schließlich wirkst du mit Anzug und passender Krawatte stets gut und stilsicher gekleidet. Aber du zeigst damit auch, dass du dir für dein Gegenüber viel Mühe gibst und einen guten Eindruck hinterlassen möchtest. Welche Anlässe verlangen also förmlich nach dem ziemlich lange etablierten Herren-Schmuckstück?

  • Feierlichkeiten formeller Art, beispielsweise Galas und Wohltätigkeitsevents
  • Feierlichkeiten wie etwa Hochzeiten (es sei denn, es wird ein anderer Dresscode vorgegeben)
  • Vorstellungsgespräche, zu denen du möglichst professionell erscheinen möchtest
  • Geschäftsessen oder Meetings in gehobeneren Berufen (auch bei einem eher lockeren Dresscode in der Firma)

Was du noch zur Krawatte wissen solltest

Natürlich sind Krawatten längst nicht mehr nur Herren vorbehalten. Spätestens seit Marlene Dietrich nutzen sie immer mehr Frauen, um maskuliner, seriöser oder auch strenger zu wirken. Übrigens ist Marlene Dietrich nicht die erste Dame, die auf das Accessoire gesetzt hat: Schon seit dem 17. Jahrhundert wurden Krawatten im Reitsport von eher adeligen Damen eingesetzt. Heutzutage sorgen Trendsetterinnen immer wieder dafür, dass schmale Krawatten für Frauen nicht mehr unüblich sind.

Der offizielle „Tag der Krawatte“ findet übrigens jährlich am 18. Oktober statt. Ein weiterer Grund für dich, sich mit dem Binden des Herren-Accessoires auseinanderzusetzen. Mittlerweile gibt es etwa 180 Arten, das Stoff-Accessoire zu binden – es lohnt sich also, mehrere Variationen des Knotens gut zu üben, wenn du dein Gegenüber beeindrucken möchtest.

Übliche Knoten beim Schlips – und wie sie gebunden werden

Du möchtest eine gut sitzende Krawatte um den Hals tragen? Dann solltest du sie natürlich richtig binden können – eine alternative Schlaufe kommt nämlich eher rebellisch rüber. Natürlich ist es nicht notwendig, über den Großteil der 180 etablierten Knoten Bescheid zu wissen. Für den Alltag oder formelle Anlässe reicht es eigentlich aus, die vier am häufigsten eingesetzten Bindeweisen zu kennen. Hierbei handelt es sich unter anderem um:

  • den einfachen Knoten, auch Four-in-Hand genannt
  • den Windsor-Knoten
  • den Doppelten Windsor
  • den Doppelknoten, auch Prinz-Albert-Knoten genannt

Natürlich solltest du auch die richtige Krawattenlänge für dich kennen. Große Männer profitieren von der 155 Zentimeter langen Variante des Schlips: Kürzere Modelle enden sonst über dem Bauchnabel und wirken alles andere als professionell. Männer mit normaler Körpergröße können den 145 Zentimeter langen Vertreter des Schlips nutzen. Muss eine kürzere Halsbinde her, weil auch diese Variante zu lang erscheint, können maßgefertigte Ausführungen die Lösung sein.

Den Four-in-Hand-Knoten (einfacher Krawattenknoten) legen – so geht´s

Dieser Krawattenknoten ist für jede Art der Halsbinde gut geeignet. Ob die Blicke durchs breite Ende oder eine schmale Form auf das Accessoire gelenkt werden und ob diese aus Seide oder Polyester besteht: Der Four-in-Hand gilt als einfachste und vielseitigste Weise, die Krawatte richtig zu binden. Praktisch ist, dass der Krawattenknoten sich auch leichter erlernen lässt, als die meisten anderen. So gehst du beim Binden vor:

Four-in-Hand-Knoten (einfacher Krawattenknoten)

  1. Lege deine Krawatte um den Hals. Das breite Ende sollte dabei tiefer hängen, als das schmale Ende – das auf Höhe der Taille zum Liegen kommen sollte.
  2. Das breite Krawattenende legst du nun über das schmale Ende, sodass kurz unter deinem Hemdkragen eine Kreuzung entsteht.
  3. Das breite Ende wird nun hinter dem schmalen entlanggeführt und noch einmal über dieses gelegt.
  4. Nun kommt der schwierigere Teil: Das breite Ende wird nun hinter der Halsbinde direkt am Hals nach oben geführt, sodass es überhalb der Kreuzung herauskommt.
  5. Dadurch entsteht eine Art Schlinge, durch die das breite Ende nun nach unten hindurchgezogen wird. Sitzt der Knoten gut, kannst du diesen noch passend zum Kragen vom Hemd nach oben schieben. Als Richthöhe kannst du dir dabei den obersten Hemdenknopf nehmen.

Wie du siehst, hat der einfache Knoten seine Bezeichnung nicht ohne Grund erhalten. Hast du ihn einige Male geübt, geht er ohne näheres Nachdenken von der Hand und gelingt praktisch immer. Weil jede Krawattenart zu diesem Knoten passen wird, musst du dir außerdem keine weiteren Sorgen um die Passform machen: Denn der Knoten sitzt nahezu immer perfekt, wenn er korrekt ausgeführt wird.

So kannst du den einfachen Windsor-Knoten binden

Auch der einfache Windsor-Knoten geht recht einfach von der Hand, wenn er erst einmal eingeübt wurde – und wirkt zu nahezu jedem deiner Ensembles sehr elegant. Dabei nutzt du dieselbe Ausgangsposition wie beim einfachen Krawattenknoten und gehst wie folgt vor:

So bindest du einen einfachen Windsor-Krawattenknoten

  1. Das breite Ende wird über das Schmale gelegt, um das Ausgangskreuz zu bilden.
  2. Nun wird das breite Ende hinter dem schmalen Ende entlanggeführt und auf die andere Seite gebracht.
  3. Danach führst du das breite Ende nach oben und ziehst es hinter der Halsbinde wieder durch, damit es auf der anderen Seite aufliegt.
  4. Der perfekte Knoten entsteht, wenn du das breitere Ende nun wieder über das schmale legst, es unterhalb der Halsbinde nach oben führst und durch die dadurch entstandene Schlinge vorn nach unten ziehst.
  5. Damit auch der halbe Windsor perfektioniert wird, ziehst du ihn zum obersten Hemdknopf nach oben.

Auch ein einfacher Windsorknoten ist in wenigen Schritten erreichbar. Er ist ein perfekter Krawattenknoten, an dem nichts auszusetzen ist. Das breitere Ende führst du dabei in der Regel mit der rechten Hand, der Knoten ist aber auch gut für dich geeignet, wenn du Linkshänder bist.

Wie der doppelte Windsor-Knoten ohne Probleme gelingt

Ein doppelter Windsor ist zugegebenermaßen etwas schwieriger. Durch seine eher breite Dreiecksform eignet er sich aber optimal für weiter auseinanderliege Kragenspitzen, deren Zwischenraum optisch ausgefüllt werden muss. So stellt ein doppelter Windsorknoten auch optisch eine nette Alternative zu dem halben Knoten dar – wenn er richtig gebunden wird. Damit auch du damit Eindruck schinden kannst, folgst du einfach diesen Schritten:

Wie der doppelte Windsor-Knoten ohne Probleme gelingt

  1. Zunächst nimmst du wieder die Ausgangsposition ein: das breite Ende über das schmale. Dann wird die breite Seite von innen nach oben geführt.
  2. Die breitere Seite wird dann von oben über den Knoten nach unten auf dieselbe Seite gelegt, auf der sie sich nach dem Erzeugen der Kreuzung befand. Nun kannst du das breitere Krawattenende von hinten um das schmale auf die andere Seite führen.
  3. Das breitere Ende wird wieder aufgenommen, damit du es nach oben führen und durch die Halsbinde nach unten durchziehen kannst. Es bleibt zunächst aber auf der Seite.
  4. Nun legst du das breitere Endstück wieder von vorne über das schmale und bringst es dann hinter der Halsbinde nach oben.
  5. Das breite Endstück wird nun durch die entstandene Schlaufe nach unten gebracht und festgezogen.

So bindest du den Prinz-Albert-Knoten

Reicht dir der kleine Knoten oder ein einfacher Windsor nicht mehr aus, kannst du dich des Prinz-Albert-Knotens bedienen. Er bringt eine leicht schräge Knotenform mit und sticht daher besser heraus, als die drei oben genannten Varianten. Während der Windsor-Knoten die schmale oder breite Dreiecksform anbietet, wirkt der Prinz-Albert-Knoten durch das mehrfache Umlegen breit, aber in die Länge gezogen – und kann mit ebenso länglichen Kragen sehr gut in Szene gesetzt werden. Wenn du diesen Krawattenknoten schnell binden möchtest, gehst du am besten wie folgt vor:

So bindest du den Prinz-Albert-Knoten

  1. Das dickere Endstück wird, wie immer, etwas länger um den Hals gelegt, als das dünne. Dann erzeugst du durch das Überlappen des dicken Endes über das Schmale ein Kreuz.
  2. Nun führst du das breitere Endstück von hinten um das schmale und lässt es vorne wieder überlappen, sodass es das schmale Endstück einmal komplett umrundet hat.
  3. Diesen Schritt kannst du noch einmal durchführen, um einen doppelten Krawattenknoten zu erreichen.
  4. Wenn du das breitere Endstück nun von innen am Hals entlang durch die Halsbinde durchführst, entsteht eine Schlaufe im vorderen Kragenbereich.
  5. Das breitere Endstück ziehst du nun durch die Schlaufe vorne nach unten – es wird etwas Zurechtrücken und Festigen notwendig sein, dann sitzt der Krawattenknoten allerdings perfekt.

Beachte: Der Prinz-Albert-Knoten kann die Halsbindenlänge stark verkürzen, weil diese mehrmals umschlungen wird. Ein sehr großer Mann, dem selbst eine lange Halsbinde oft nicht ausreicht, sollte daher lieber mit anderen Knoten Vorlieb nehmen.

Einfacher oder doppelter Knoten – was ist besser?

Vor- und Nachteile der einfachen Krawattenknoten Vor- und Nachteile der doppelten Krawattenknoten 
+ Lassen sich schnell anfertigen

+ Verkürzen die Halsbinde kaum 

+ Für jede Art der Halsbinde geeignet

+ Ideal für Anfänger oder zum Üben

+ Passen zu den meisten üblichen Hemdkragen 

– Sind eher schmal und machen keinen besonderen Eindruck

– Passen nicht ideal zu längeren oder weit offenen Kragen 

+ Hinterlässt einen außergewöhnlicheren Eindruck, da der Knoten ins Auge sticht

+ Zeigt Fingerfertigkeit und dass du dir viel Mühe gegeben hast

+ Lassen sich sehr gut zu länglicheren oder breiteren Kragen kombinieren 

– Sind komplizierter zu binden, der Vorgang dauert außerdem etwas länger 

Für welche Variante du dich auch entscheidest: Du musst kein Experte sein, um eine gute, seriöse Optik zu erreichen. Wenn du deine bevorzugte Variante ausreichend übst, kannst du diese in kürzester Zeit auswendig. 

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Krawatte

Du wagst dich zum ersten Mal an eine klassische Halsbinde fürs Büro oder zu einem Event heran? Du trägst sie auch im Alltag mehr als gerne? Dann kann so manche Frage zu dem etablierten Accessoire aufkommen. Hier gibt’s ein paar Antworten:

Welche Alternativen kann Mann statt der Halsbinde anziehen?

Bestimmt ist es dir schon aufgefallen: Festliche Mode – beispielsweise bei Hochzeiten – verlangt nach mehr als nur der klassischen Halsbinde verlangt. Denn die wird meist mit dem Beruf oder einer sehr seriösen Erscheinung assoziiert, die für Feierlichkeiten meist zu steif ist. Daher kannst du bei gehobenen Feiern durchaus zur Fliege greifen, aber auch ein Plastron einsetzen.

Hierbei handelt es sich um eine etwas auffälligere und breitere Halsbinde, die meist aus sehr extravaganten Stoffen besteht und sich als echter Hingucker entpuppt. Das Plastron wird wie eine Halsbinde gebunden, macht aber zu breiten oder spitzen Kragen sehr viel her.

Möchtest du etwas moderner oder rebellischer auftreten? Dann kannst du bei Feierlichkeiten einen einfachen, dünnen Seidenschal – der optisch zum Einstecktuch passt – um den Kragen legen und offen oder einfach geknotet tragen.

Wie ein Dreieck geformte Seidenschals lassen sich ebenfalls schön einsetzen und in, beziehungsweise teilweise unter dem Kragen so positionieren, dass sie den Brustbereich und Hals etwas ausstaffieren. Möchtest du richtig auffallen und modisches Geschick beweisen? Dann kannst du direkt unter dem obersten Hemdenknopf eine extravagante Brosche befestigen, die sicher viele Blicke auf sich zieht.

Gibt es so etwas wie Krawattenbinden für Dummies?

Kommst du mit dem Binden der Halsbinde absolut nicht klar oder ist dir der ständige Aufwand einfach zu hoch, bietet sich auch die einfach anzuziehende Alternative an: Eine Clipkrawatte beispielsweise wirkt wie fertig geknotet und kann in Sekundenschnelle am Hemdstoff befestigt werden. Auch gibt es Gummizug-Krawatten zu kaufen. Die werden fertig geknotet angeboten und müssen lediglich um den Nacken gelegt sowie zurechtgerückt werden.

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