Traumjob gefunden! Der Herr der Rille

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Andreas Bauer ist ein musikbegeisterter Technik-Nerd – und Autodidakt in vielerlei Hinsicht. Eher aus Zufall fand er seine Berufung als Geschäftsführer von MY45, einem Vinyl-Presswerk in der Nähe von Landshut. Uns erzählt er, warum jeder Beruf Traumjob-Potenzial hat.

Andreas, in welchem Beruf arbeiten Sie aktuell?

Andreas Bauer: Ich betreibe ein kleines Presswerk für Schallplatten.

Was war ausschlaggebend für Ihre Berufswahl?

Andreas Bauer: Ich bin zufällig an diesen Beruf geraten. Vor über 20 Jahren begann ich, Musik zu produzieren: House, Hip-Hop, Reggae. Erst hobbymäßig, später auf professioneller Ebene. Als ich mich um die Jahrtausendwende intensiver mit Reggae beschäftigt habe, sprang der entscheidende Funke über: Beim Reggae legen die DJs besonderen Wert auf exklusive Stücke, die außer ihnen selbst sonst niemand spielen kann. Und zu dieser Zeit war Vinyl noch das Medium für DJs. Trotzdem mussten die exklusiven Songs abspielbar gemacht werden. Sogenannte Dubplates, das sind Schallplatten-Einzelstücke, machen das möglich. Ich war so begeistert von diesem Prinzip, dass ich eine Dubplate-Maschine kaufte und für die überregionale DJ-Szene die Fertigung dieser Einzelstücke anbot. Solche Dubplates sind auch bereits der erste Schritt zur Schallplattenpressung. Später habe ich mit einem Partner zusammen die erste Schallplattenpresse erworben und MY45 gegründet. So kam eins zum anderen.

Welche Herausforderung bringt Ihr Arbeitsalltag mit sich?

Andreas Bauer: Jede noch so spannende Arbeit wird irgendwann Routine. Meine persönliche Herausforderung sehe ich darin, jeden Tag mit möglichst viel Freude gemeinsam mit meinen Kollegen tolle Schallplatten zu pressen.

Was macht Ihren Job zum Traumjob?

Andreas Bauer: Ich lerne täglich Neues, jeder Tag verläuft anders. Ungeahnte Lösungsanforderungen – andere nennen das vielleicht auch Probleme – lassen bei mir keine Langeweile aufkommen. Mit Schallplatten, also dem Produkt, das ich herstelle, verbinden die meisten Menschen starke Emotionen.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Andreas Bauer: Soweit ich mich erinnere, wollte ich als Kind Müllfahrer werden. Lokführer war in dieser Liste auch sehr weit vorne.

Was empfehlen Sie anderen, die noch auf der Suche nach ihrem Traumjob sind?

Andreas Bauer: Wichtig ist, Spaß bei der Arbeit zu haben. Das geht auch mit Tätigkeiten, die gemeinhin als schlecht, minderwertig oder langweilig gelten. Jeder Beruf kann ein Traumjob sein. Ich habe Leute gesehen, die täglich 14 Stunden bügeln und laut dabei singen. Es kommt auf die innere Einstellung an, dann macht jede Arbeit Spaß.

Haben Sie ein Motto für Ihr tägliches Berufsleben?

Andreas Bauer: Ich versuche heute mein Bestes zu geben. Was gestern war oder was morgen sein wird – das ist im Wesentlichen unwichtig.

Was machen Sie, wenn Ihr Job mal so richtig stressig wird?

Andreas Bauer: Ich mache eine Pause. Denn wer Pausen macht, kann meiner Meinung nach viel mehr leisten und ermüdet nicht so schnell. Ohne Unterbrechung zu arbeiten, laugt ziemlich aus.

Andreas Bauer: Traumjob in der Musikindustrie

Andreas Bauer stellt im eigenen Presswerk Vinyl-Schallplatten her

Musikindustrie im Wortsinn: Andreas vor einer Schallplattenpresse

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