Vorstellungsgespräch: Tipps und Tricks für deinen Erfolg

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Beim Vorstellungsgespräch geht es um Alles. Zwar hast du dich mit der Einladung zum persönlichen Gespräch bereits gegenüber vielen Bewerbern durchgesetzt, nun heißt es aber noch einmal Initiative zeigen, um den neuen Job auch wirklich zu bekommen. Wir haben für dich Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen du garantiert punktest.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Eine der größten Gefahren ist, dass du dich zu sicher fühlst. Auch wenn eine Einladung zum Bewerbungsgespräch ein gutes Zeichen ist, hast du den Arbeitsvertrag noch nicht sicher. Deswegen gilt: Eine gute Vorbereitung ist alles. Nimm dir Zeit, um dich auf deine Gesprächspartner vorzubereiten. Du solltest wissen, mit wem du es zu tun hast. Unsere Tipps:

  • Sammle Informationen über das Unternehmen. Lerne Strukturen, Produkte und Alleinstellungsmerkmale kennen. Mit diesem Wissen kannst du deinem Gesprächspartner konkreter antworten und kannst mehr überzeugen.
  • Übe deine Antworten. Vielleicht ist es das erste Bewerbungsgespräch für dich, eventuell hast du auch schon mehrere Gespräche dieser Art bewältigt. Trotzdem solltest du dich nicht zu sicher fühlen. Trainiere deine Selbstpräsentation und überlege, welche Soft Skills dich auszeichnen.
  • Formuliere schon Tage vor dem Gespräch eigene Fragen, die du den Personalern stellen möchtest. Meistens bekommst du hierzu am Ende des Gesprächs die Möglichkeit und kannst noch einmal signalisieren, dass du wirklich an dem Job interessiert bist und weitere Informationen wünschst.
  • Versuche die häufigsten Fragen vorzubereiten. Es gibt einfach Themen, die immer wieder zur Sprache kommen und dir Klarheit bieten. Ein Trick ist es dabei sich mehrere Antworten zu überlegen, sodass du individuell reagieren kannst.
  • Stell dich zuhause vor einen Spiegel und beantworte dort die möglichen Fragen. So siehst du deine Gestik und Mimik und kannst besser einschätzen, wie du auf deinen Gesprächspartner wirkst. Das bringt dir viel Sicherheit.

In großen Unternehmen nehmen meist mehrere Personen am Gespräch mit dem Bewerber teil. Neben deinem direkten Vorgesetzten sind hier der Ressortleiter, Geschäftsführer und mögliche Mitarbeiter aus der Personalabteilung zu nennen. Es ist praktisch, wenn du diese Personen kennst. Meistens wird dir bei der Einladung zumindest ein Name mitgeteilt. Ergreife die Gelegenheit und versuche online etwas über diese Person herauszufinden. Interessant sind hier unterschiedliche Punkte, angefangen vom beruflichen Werdegang bis hin zu Hobbys, denen dein potentieller Arbeitgeber in seiner Freizeit gern nachgeht. Manch eine Gemeinsamkeit kann euch hier ins Gespräch bringen.

Organisatorische Fragen rechtzeitig klären

Fährst du zum Vorstellungsgespräch, müssen organisatorische Dinge im Voraus geklärt sein. Weißt du beispielsweise nicht, wann der nächste Zug zurückfährt, kann dich das im Unterbewusstsein belasten. Nimm dir also vorher die Zeit, um alle organisatorischen Aspekte zu klären:

  • Wie kommst du zum Vorstellungsgespräch?
  • Wann fahren Bus oder Bahn ab und wann fahren sie zurück?
  • Wie viel Zeit muss du für An- und Abreise einplanen?
  • Lohnt es sich, eine Nacht im Hotel zu übernachten?
  • Wo befinden sich Parkplätze?
  • Welche Kosten entstehen durch die Anreise?
  • Was ziehst du an?

Unser Tipp: Frage vorher bei dem einladenden Unternehmen nach, ob es sich an den Kosten für die Anreise beteiligt. Es gibt Firmen, die ihren Bewerbern bei langen Wegstrecken entgegenkommen und die Reisekosten anteilig tragen.

Sei immer pünktlich und plane deine Anreise lieber so, dass du 15 Minuten eher beim Unternehmen bist. Grundsätzlich kann bei jeder Anreiselösung etwas dazwischenkommen. So kann sich ein Zug verspäten oder du stehst mit dem Auto im Stau. Diese kleinen Hindernisse dürfen deinen Zeitplan nicht aus der Bahn werfen.

Bist du eine Stunde zu früh, kannst du dich noch einmal mental vorbereiten und eine Tasse Kaffee vor dem Bewerbungsgespräch trinken, bevor es dann losgeht.

Outfit nicht unterschätzen

Natürlich soll dich eine Firma vor allem aufgrund deines Fachwissens, deiner Qualifikation und Erfahrung anstellen. Für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch kommt es aber auch auf das Outfit an. Die Bedeutung eines gelungen aufeinander abgestimmten Outfits darfst du nicht unterschätzen. Um zu überzeugen, sollte das Outfit zum Beruf passen. In einem Kreativbusiness musst du nicht mit Anzug und Krawatte auftreten. Hier reichen Sakko und Hemd sicherlich aus. Anders ist es aber im Finanzwesen. Bei der Kleiderwahl helfen dir folgende Tipps:

  1. Dezent ist Pflicht. Wähle dezente, elegante Farben und verzichte auf knalliges Make-Up. Du solltest bei einem Vorstellungsgespräch immer natürlich wirken.
  2. Ziehe saubere und gebügelte Kleidung an. Falten und Knitter werfen ein negatives Bild auf dich und lassen dich ungepflegt wirken.
  3. Putze deine Schuhe. Auch dieses Detail entgeht Personalern bei einem solchen Gespräch nicht. Schmutzige Schuhe hinterlassen bei deinem Gesprächspartner kein vorteilhaftes Bild.
  4. Jeans sind im Vorstellungsgespräch meistens fehl am Platz. Frauen können auf einen Kostümrock ausweichen, der bis zu den Knien reicht. Herren sind mit einem Anzug oder einer Stoffhose mit passendem Sakko gut beraten.
  5. Bluse und Hemd werden immer geschlossen. Alles andere wirkt unpassend und zu leger.
  6. Das Outfit sollte farbig aufeinander abgestimmt sein. Trägst du einen dunklen Anzug, kann das Hemd hell ausfallen.
  7. So wichtig wie saubere Schuhe und gepflegte Fingernägel sind gekämmte Haare und eine angemessene Frisur.

Gehe mit einem Lächeln zum Vorstellungsgespräch

Für Bewerber gilt bei einem Vorstellungsgespräch immer: Es kommt nicht nur auf das fachliche Know-how an. Häufig wollen Firmen auch herausfinden, ob Bewerber menschlich zum Betrieb, dem Team und auch den Vorgesetzten passen. Deswegen musst du in allen Situationen des Bewerbungsgespräch höflich, freundlich und aufgeschlossen bleiben. Das gilt nicht nur für deine eigentlichen Gesprächspartner, sondern beispielsweise auch für die Mitarbeiterin im Vorzimmer oder am Empfang. Sehe es ihnen nach, wenn sie dich vielleicht nicht ganz so freundlich begrüßen. Immerhin kannst du schon der zehnte Bewerber an diesem Tag sein.

Ein freundliches, natürliches Lächeln lässt dich beim Bewerbungsgespräch offen wirken. Begrüße jeden, dem du in der Firma begegnest, mit einem freundlichen Wort und verabschiede dich ebenso von jedem Mitarbeiter, der dir über den Weg läuft. Immerhin kannst du nicht ausschließlich, dass die Personaler beispielsweise bei der Sekretärin nach deinem Auftreten nachgefragt haben.

Es ist möglich, dass sich dein Gesprächspartner bereits am Empfang abholt. Ebenso kann er dich in dem Zimmer erwarten, in dem das Gespräch stattfindet. Du musst beachten: Beim Vorstellungsgespräch spielt das Geschäftsknigge eine wichtige Rolle. Es ist also nicht irrelevant, wem du zuerst die Hand gibst:

  • Die Unternehmenshierarchie gibt vor, wem du zuerst die Hand reichst. Das heißt: Der Chef wird zuerst per Handschlag begrüßt.
  • Befinden sich mehrere Personen im Zimmer und weißt du nicht, wer der Geschäftsführer oder Vorgesetzte ist, werfe zunächst ein freundliches guten Tag in den Raum. Dir wird der Mitarbeiter zuerst antworten, der die niedrigste Position bedient. Der Chef antwortet zuletzt.
  • Achte auf einen festen Händedruck. Das strahlt Selbstbewusstsein und Offenheit auf. Ein schwacher Händeruck erweckt immer den Eindruck, dass du Angst hast.
  • Trägst du einen Anzug, öffnest du die Jacke erst, wenn du dich setzt.
  • Sitze gerade und verschränke deine Arme niemals vor dem Körper. Das signalisiert eine verschlossene Haltung.

Viele Personaler steigen mit Small Talk ein. Diesen solltest du immer erwidern und versuchen ihn aufzugreifen. Die meisten Personalmitarbeiter haben Übung darin.

Die Aufmerksamkeit gerecht verteilen

Im ersten Moment scheint die Verteilung unfair zu sein: Als einzelner Bewerber sitzt du meistens mehreren Firmenmitarbeitern gegenüber. Deswegen musst du deine Aufmerksamkeit gut verteilen. Es gibt in der Regel einen Gesprächsführer. Er stellt den direkten Vorgesetzten dar. Die anderen Teilnehmer sind meistens ruhig, folgen dem Bewerbungsgespräch aber sehr aufmerksam, um später eine beratende Funktion bei der Vergabe des Jobs wahrnehmen zu können.

Wenn du auf Fragen antwortest, blicke nicht nur deinen möglichen Chef an, sondern abwechselnd auch die anderen Mitarbeiter. Nicken diese bei einer deiner Antworten, kannst du dieses Nicken aufgreifen. Auch ein freundliches Lächeln kann Eindruck hinterlassen und dich im Bewerberranking wieder eine Position nach vorn bringen.

Wichtig ist: Antworte auf alle Fragen ehrlich, ganz gleich, ob du damit Stärken oder Schwächen betonst. Grundsätzlich solltest du in deinen Angaben nie vom Lebenslauf oder Anschreiben abweichen. Das sorgt für Skepsis auf Seiten der Personaler und verursacht unangenehmes Nachfragen. Beantworte alle Fragen und bemühe dich, gut deutlich und möglichst ohne speziellen Dialekt zu antworten. Achte auf eine angenehme Lautstärke, sodass dich nicht nur die Mitarbeiter hören, die direkt neben dir sitzen, sondern auch die am anderen Tischende.

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Gebe konkrete Antworten

Natürlich können in einem Vorstellungsgespräch immer wieder Fragen auftreten, die dir unangenehm sind. Gerade sogenannte Stressfragen werden von den Personalern gern verwendet. Sie setzen dich offensichtlich unter Druck und dienen vorrangig dazu herauszufinden, wie du mit dem Stress später im Job umgehst. Deine Antwort selbst ist hier oft zweitrangig. Es gibt unterschiedliche Stressfrage-Typen, die dir begegnen können:

  • Provokationen: Diese erkennst du nicht unbedingt als Fragen. Vielmehr sind es Äußerungen, die dir einen Schauer über den Rücken jagen. Möglichkeiten hierfür gibt es viele. So reichen die Varianten von „Oh, Sie suchen schon ein halbes Jahr nach einem Job“ bis hin zu „Ich glaube nicht, dass Sie in dieses Unternehmen passen.“
  • Analogie-Fragen: Im ersten Moment kommen dir Analogie-Fragen sicherlich unpassend vor. Typisch ist, dass diese nichts mit dem Job an sich zu tun haben. Den Personalern geht es hier aber um deine Soft Skills.
  • Brainteaser: Auf Brainteaser solltest du dich vorbereiten, denn mit ihnen werden Kreativität und logisches Denken geprüft. Oft verschaffen sich die Personaler so auch einen Überblick über deine Intelligenz. Brainteaser Beispiele gibt es viele: Wie viele Gärten gibt es in Deutschland? Welche Aufgaben übernimmt der Filz auf einem Tennisball?
  • Fangfragen: Auch auf Fangfragen musst du gefasst sein. Hier zielen die Personaler darauf ab, wie du eigene Leistungen einschätzt.

Setze deine Körpersprache gezielt ein

Viele Personaler bieten Bewerbern ein Getränk an. Oftmals stehen Getränke bereits auf dem Tisch. Nimm ein solches Angebot immer an, denn alles andere wäre unhöflich. Am besten greifst du zu einem stillen Wasser. Bei Kohlensäure besteht immer die Gefahr, dass du aufstoßen musst, was sehr unangenehm ist. Das Glas solltest du übrigens immer seitlich von dir selbst abstellen.

Bei einem Vorstellungsgespräch gilt es: Nicht nur dein Mund spricht, sondern dein Körper. Körpersprache kannst du gezielt einsetzen, damit sich das Bewerbungsgespräch zu deinen Gunsten entwickelt. Du kannst beispielsweise immer versuchen, dein Gegenüber zu spiegeln. Agiere dabei aber zurückhaltend, sodass es nicht übertrieben wirkt. Eine solche Spiegelung schafft aber schnell Sympathie zwischen den Mitarbeitern und dir.

Vorstellungsgespräch: Was fragen?

Kurz vor Ende des Bewerbungsgesprächs fragen dich die Personaler meist, ob du eigene Fragen zum Job oder Unternehmen hast. Diese Frage beantwortest du immer mit Ja, denn so signalisierst du Interesse. Damit du wirklich überzeugen kannst, solltest du dir schon im Voraus überlegen, welche Fragen du stellen willst. Einige Tipps für Fragen, die bei Personalentscheidern gut ankommen, sind:

  • Wo wird sich mein Büro befinden?
  • Werde ich für die Arbeit im Außendienst einen Firmenwagen erhalten?
  • Kann ich mir meinen möglichen Arbeitsplatz einmal ansehen?
  • Muss ich mit Auslandsreisen rechnen?
  • Wird es in dem Unternehmen abteilungsübergreifende Projektarbeit geben?

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